Waldgrehweiler heute

Die einst stark landwirtschaftlich geprägte Gemeinde hat sich zu einer schmucken ländlichen Wohngemeinde mit etwa 210 Einwohnern entwickelt. Seit zwei Jahrzehnten ist sie als Dorferneuerungsgemeinde anerkannt. Hier wurde bereits große Erfolge wie etwa die Goldmedaille der Hauptklasse im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und der Sonderpreis für vorbildliche ökologische Leistungen erzielt.

Waldgrehweiler liegt verkehrsgünstig am Kreuzungspunkt der Landesstraßen 379 und 385 im idyllischen mittleren Moscheltal. Während die Gemeinde selbst auf etwa 240 Metern über dem Meeresspiegel liegt, erheben sich um sie herum Bergrücken wie etwa der 433,5 Meter hohe Roßberg, als höchster Punkt der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel.

Das Ortsbild wird geprägt von der Moschel und dem Ransenbach, die sich nach der sogenannten Insel vereinen und den Ort durchfließen. Das neue Dorfgemeinschaftshaus der unter Denkmalschutz stehende Glockenturm, die ehemaligen Milchsammelstelle und der Jugendraum bilden den Dorfmittelpunkt. Die große Gemarkung von circa 775 Hektar besteht zu 166 Hektar aus Wald. Der Gemeindewald ist zertifiziert und wird ökologisch bewirtschaftet.

In der Abgeschiedenheit von Stress und Großstadtlärm, in nahezu unberührter Natur sind ausgezeichnete Möglichkeiten zum Entspannen, Wandern und Natur genießen gegeben. Sechs Rundwanderwege mit Informationstafeln zur Geschichte, den Sagen, der Geologie, Natur und Tierwelt laden zum Erkunden der Umgebung ein.

Für Caravan- und Campingfreunde wurde am ehemaligen Wasserhaus ein großzügiger Stellplatz mit Ver- und Entsorgungsstellen und sanitären Anlagen errichtet. Auf dem Moscheltalradweg kann man bis in die Naheregion oder zum Rhein radeln. Am Anfang/Ende wartet in Waldgrehweiler ein naturnahes Freizeitgelände mit Kleinspielgeräten, Bienenschaukasten und Insektenhotel gegenüber dem Bürgergarten mit Weingarten, Backhaus und Nutzgebäuden.

In der Schankwirtschaft Schlemmer bietet sich eine Einkehrmöglichkeit. Größere Gesellschaften können auf Anfrage im Bürgerhaus bewirtet werden, welches auch zur Miete bereit steht.

Alles Wichtige in Reichweite

Im Ort befindet sich eine vierklassige Grundschule; in der 4 Kilometer entfernten Nachbargemeinde Bisterschied eine Kindertagesstätte, die in Kooperation mit der Verbandsgemeinde Rockenhausen betrieben werden. Weiterführende Schulen gibt es in Rockenhausen, Winnweiler und Meisenheim.

Der 2. Teilabschnitt des Neubaugebietes – eine sanfte Süd-Hanglage – ist in Eigenleistung erschlossen worden und freut sich über zunehmende Beliebtheit bei ortsfremden Familien. Der Kaufpreis für ein komplett erschlossenes Baugrundstück liegt zwischen 28 und 35 Euro pro Quadratmeter.

Praktische Ärzte sind in kurzer Entfernung zu erreichen, Fachärzte und Krankenhaus im 15 Minuten entfernten Rockenhausen bzw. Meisenheim. Die Versorgung mit allen Waren des täglichen Bedarfs erfolgt mobil, ebenso wöchentlich der Bankenservice. Die katholische Kirche befindet sich in Bayerfeld-Steckweiler und die evangelische in Finkenbach-Gersweiler. Evangelische Gottesdienste werden zusätzlich im Bürgerhaus abgehalten.

Gemeinsam mit der Gemeinde Finkenbach-Gersweiler gibt es den Turn- und Sportverein Finkenbach-Waldgrehweiler, der Gesangverein bildet eine Chorgemeinschaft mit dem Nachbarchor Ransweiler, zudem gehört Waldgrehweiler zum Einzugsgebiet des Deutschen Roten Kreuz Ortsverein Finkenbach und des Landfrauenvereins Finkenbach-Gersweiler. In Zusammenarbeit mit dem DRK-Ortsverein trifft sich eine Kindergrabbelgruppe und die Damengynastikgruppe des TuS übt in der Schulturnhalle.

 

Von Schlachtfest über Liederabend bis Kerwe

In regelmäßigen Abständen findet der sogenannte „Gemeindelunch“ mit Vorträgen und Essen in Kooperation mit der Kirchengemeinde statt. Schlachtfeste, Weißwurstessen, Fastnachtveranstaltung, geführte Wanderungen, Liederabende und die traditionelle fünftägige Kerwe mit Musikveranstaltungen, Festumzug und Kerwerede, am dritten Septemberwochenende, bereichern das Jahresprogramm.

Durch geschickte Finanzplanung, erhaltene Entschädigungen aus dem Bau der Windkraftanlagen auf dem Roßberg und Teilnahme am Landesentschuldungsfonds wurde die Gemeinde nahezu schuldenfrei. Der Gemeinderat ist seit Jahren bemüht, das Erscheinungsbild des Dorfes zu verbessern, die Dorferneuerungsmaßnahmen voranzutreiben, im kleinen Stil für einen sanften Tourismus zu sorgen, junge Familien zu locken, Altbausubstanz zu erhalten, Geschichte und Traditionen zu bewahren sowie die Gemeinschaft zu stärken.

Kurze Ortsgeschichte

Spuren der frühen Besiedlung liefern ein jungsteinzeitlicher Einzelfund in der Gewanne „Auf dem Eschen“ und Reste einer römischen Ziegelei an der Verbindungsstraße Richtung Ransweiler. Der Ort grenzt mit seiner Gemarkung an zwei wichtige frühgeschichtliche Höhenwege (Römerstraßen) die eine Anbindung bis nach Frankreich, Mainz, Bad Kreuznach, den Hunsrück und den Kaiserslauterer Raum bieten. Der im 7. Jahrhundert als Teil des Nahegaus gegründete fränkische Ort kam 1236 in den Besitz der Grafen von Veldenz.

1387 bis 1794 war Waldgrehweiler Sitz eines Schultheißenamts. 1439 baute Nikolaus Langwirt von Simmern ein Schloss oberhalb des Kreuzungsbereichs von Haupt- und Mühlstraße, das 1525 im Bauernkrieg wieder zerstört wurde. Ab 1444 gehörte das Dorf zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Die Hofgüter im Ort teilten sich jedoch kleinere Herrschaften; von 1408 bis 1515 die Randecker, von 1515 bis 1778 die Steinkallenfelser und von 1778 bis 1792 Freiherr Gayling Altheim von Bettendorf. Den Zehnten nahmen von 1492 bis 1730 die Langwerth von Simmern ein. 1565 wurde ein Adelshof mit Asylrecht errichtet.

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte Waldgrehweiler zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Rockenhausen zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Waldgrehweiler dem Landkommissariat Kirchheim im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Kirchheimbolanden zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Kirchheimbolanden hervorging.

Dieser fiel mit großem Protest der ersten kommunalen Gebietsreform zum Opfer, elf Gemeinden wurden den Kreis Bad Kreuznach, zwei an den Kreis Kaiserslautern abgetreten und zusammen mit Kirchheimbolanden der Donnersbergkreis ins Leben gerufen.

 

Zusammenschluss von Verbandsgemeinden geplant

Die bevorstehende kommunale Gebietsreform plant den Zusammenschluss der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel – zu der Waldgrehweiler gehört – mit der Verbandsgemeinde Meisenheim (Landkreis Bad Kreuznach) und den verblieben Restgemeinden der aufzulösenden Verbandsgemeinde Bad Münster am Stein-Ebernburg zu einer großen Gebietskörperschaft und somit einen Wechsel in den Landkreis Bad Kreuznach. Die Waldgrehweilerer Bürger und ihr Rat haben bereits seit 2012 dagegen gestimmt und fordern einen Wechsel der Ortsgemeinde in die Nachbarverbandsgemeinde Rockenhausen im Donnersbergkreis.

Der Weg zum heutigen Ortsnamen

1236 Grevewilr
1237 Grevewilre
1387 Grewilre das ampt
1418, 1432 und 1438 Grewilr
1431 und 1435 Grewilre
1477 Grewiller
1482 Grewilr
1527 Wald-Grehweiler
1724, 1776, 1828 und 1837 Waldgrehweiler

Entwicklung der Einwohnerzahlen

1478: 150 (geschätzt)
1677: 75
1757: 215
1835: 541
1950: 360
2000: 244
2014: 203